20.09. Globaler Klimastreik

Unsere weltweiten Proteste gegen die Tatenlosigkeit von Politik, Industrie und Gesellschaft angesichts des Klimawandels begannen am 20. August 2018. Einzelne Aktionstage brachten bis zu 1.8 Millionen Menschen weltweit auf die Straße. Doch passiert ist nichts!

Schon lange wissen wir, dass die Klimakrise keine normale politische Krise ist. Sie ist eine akute Bedrohung unserer Lebensgrundlage. NICHT zu handeln, ist keine Option.

Während in Berlin das Klimakabinett tagt und in New York einer der wichtigsten UN Gipfel des Jahres vorbereitet wird, rufen wir am 20.09.2019 alle dazu auf, für eine konsequente und soziale Klimapolitik einzustehen.

Wir brauchen sofortige Maßnahmen um das 1,5 °C Ziel noch im Entferntesten erreichen zu können.

Wir klagen an

Jahre sind mit Gerede vergangen, mit unzähligen Verhandlungen, mit nutzlosen Vereinbarungen zum Klimawandel. Firmen, die fossile Brennstoffe fördern, durften jahrzehntelang ungehindert in unseren Böden schürfen und unsere Zukunft verbrennen.

Politiker wussten seit Jahrzehnten über den Klimawandel Bescheid. Sie haben ihre Verantwortung für unsere Zukunft bereitwillig Profiteuren überlassen, deren Suche nach schnellem Geld unsere Existenz bedroht.

Ganz Frankfurt streikt

Es ist Zeit für uns alle! Lasst uns den Streik aus den Schulen in die Betriebe, Seitenstraßen, Küchen, Geflüchtetenheime, Büros und Behindertenwerkstätten tragen: Egal, ob Schüler*innen oder Arbeitende, Jung oder Alt.

Es ist Zeit, gemeinsam Widerstand zu leisten und den Druck zu erhöhen. Wir werden die Frage der Klimakrise mit Massenaktionen unausweichlich in den öffentlichen Raum tragen.

Kommt mit uns auf die Straße!

Am 20.09.2019 um 12:00 Uhr in Frankfurt am Main an der Alten Oper wird es heißen SYSTEM CHANGE, NOT CLIMATE CHANGE!

#069forclimate | #allefürsklima

Ablauf

Am 20.09. wollen wir, dass sich alle Generationen beteiligen. Hierzu schaffen wir einen Rahmen, in dem verschiedene gesellschaftliche Gruppen ihren eigenen Bezug zur Klimakrise hinterfragen, ihre eigenen Forderungen formulieren und sich selbst zum Streik mobilisieren.

Um der Diversität der internationalen Klimagerechtigkeits-Bewegung gerecht zu werden, haben wir für Bündnispartner*innen die Möglichkeit geschaffen, einen eigenen offenen Block mit spezifischen Forderungen und eigenem Aufruf zu stellen.

Auf der Demo wird es folgende offene Blöcke geben:

  • Den Fridays for Future-Block,
  • den Gewerkschafts-Block,
  • den Antikapitalistischen Block,
  • den Internationalistischen Block,
  • den NGO-Block und
  • den Parteien-Block.
Demo-Route für den 20.09.2019

Phase 1 Streikfrühstück: Ganz Frankfurt steht still!

Der Tag des globalen Klimastreiks soll in Frankfurt schon früh gemeinsam beginnen. Um die richtige Energie und Stärkung für den langen Tag zu erlangen, wird es morgens an verschiedenen Orten in Frankfurt dezentrale Streikfrühstücke geben.

Wir wollen bereits morgens die Frage der Klimakrise kreativ in den öffentlichen Raum tragen! Die erste Phase des Tages beginnt um 7:00 Uhr und endet spätestens um 11:00 Uhr mit Beginn des Sternmarsches.

Die Streikfrühstücke finden verteilt um 7:00 Uhr am FH Campus (Cafe Kurzschlusz) beim DGB Jugendclub und beim Cafe Koz in Bockenheim statt. Wir freuen uns auf euch!

Phase 2 Sternmarsch: Ganz Frankfurt streikt!

Die Klimakrise betrifft uns alle und bedroht unser aller Zukunft. Die Stärke der Klimabewegung kommt auch von ihrer Diversität und den vielen selbstorganisierten und vernetzten Initiativen. Schon vor der Auftaktkundgebung werden sich aus verschiedenen Stadtteilen Frankfurts Sternenzüge, angemeldet als Demonstrationen, gemeinsam auf den Weg zur Alten Oper machen.

Damit sollen einerseits lokal vernetzte Initiativen (wie z.B. die Stadtteilinitiativen selber) mit möglichst vielen eigens organisierten Teilnehmer*innen die lokalen Aspekte zur Klimakrise in den öffentlichen Raum tragen und andererseits die Breite des Bündnisses signalisiert werden.

UhrzeitStadtteilTreffpunkt
11:00 UhrBockenheimHülya Platz
11:30 UhrInnenstadt
(am Main)
nördliches Mainufer am Eisernen Steg, Klimabildungsfestival „Mainufer for Future“
10:30 UhrGallusGalluswarte

Phase 3 Globaler Klimastreik: Großdemonstration und Kundgebung

Um 12 Uhr beginnt auf dem Platz vor der Alten Oper offiziell die Kundgebung mit Bühne. Live-Auftritte verschiedener Künstler*innen, sowie kurze Reden, liefern den Auftakt zum Klimastreik.

Gleichzeitig wird es vor Ort verschiedene Infostände zivilgesellschaftlicher Akteure geben. Die Kundgebung dient als Stimmungsmacher für die folgende Demonstration.

Um 13 Uhr beginnt der Demozug, der uns über den Willy-Brandt-Platz, die Konstablerwache und das Eschenheimer Tor wieder zurück zur Alten Oper führt.

UhrzeitEvent
11:00 UhrCountdown mit FFF
11:30 UhrELEVATE
12:00 UhrRede von Volker Mosbrugger, Paläontologe, Hochschullehrer und Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
12:05 UhrRede von Leonie von Fridays for Future Frankfurt am Main
12:10 UhrRede von Volker Quaschning, Ingenieurwissenschaftler und Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin
12:20 UhrLilly among clouds
12:40 UhrSamuel Kramer, Poetry Slammer
12:50 UhrFEE, Singer-Songwriterin
ca. 13:20 UhrBeginn Demozug

Phase 4 Massenaktionen: Widerstand zeigen, den Druck erhöhen!

Nach der Demonstration wollen wir einen Schritt weiter gehen und uns widerständig zeigen. Das globale Klima erwärmt sich weiter und schneller, die Auswirkungen dieses menschengemachten Klimawandels werden immer deutlicher und spitzen sich mehr und mehr zu.

Ein Jahr lang Fridays For Future Streiks weltweit, jahrzehntelange besorgniserregende Berichte von Expert*innen der Wissenschaft und immer noch kein angemessenes Bestreben und keine tatsächlichen Maßnahmen aus Politik und Wirtschaft.

Der gesellschaftliche Druck muss erhöht werden, um uns und zukünftigen Generationen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen. Deshalb werden wir am Nachmittag die Klimafrage mit anschlussfähigen Massenaktionen unausweichlich auf die öffentliche Agenda setzen.

Weitere Infos:

11 Gedanken zu „20.09. Globaler Klimastreik

    1. Hallo Fernando, die grobe Route wird von der Alten Oper über den Willy-Brandt-Platz, die Konstablerwache und das Eschenheimer Tor wieder zurück zur Alten Oper führen. Genaue Details gibt es erst in den Tagen vor den Streiks. Der Inhalt der Seite wurde übrigens gerade um weitere Infos zum Ablauf erweitert. Bis zum 20.09.!

  1. Auch auf der Übersicht zum 21. 9. (Verkehr) sollte die Uhrzeit Bockenheim korrigiert werden.
    Kreative Aktionen auf der Leipziger beginnen um 11 Uhr. danke.

  2. Was ist, wenn ich als Einzelperson an dem Streik teilnehmen möchte, aber nicht weiß, welchem Block ich mich anschließen soll? In meinem sozialen Umfeld bin ich leider (in diesem Ausmaß) Einzelkämpfer gegen den Klimawandel.

  3. Liebe Fridays,
    Ihr seid großartig, Ihr habt die größte und wichtigste politische Bewegung ins Leben gerufen. Ich bewundere Euren Mut, Euer Engagement, Eure Fähigkeiten, Euch zu informieren, zu argumentieren, zu vernetzen, zu organisieren. Aber mit Eurer Führungsrolle bei der wichtigsten sozialen Bewegung ist Euch auch eine enorme Verantwortung zugewachsen. Was wir brauchen ist nichts geringeres als eine Transformation der Gesellschaft. Keine einzelne Gruppe kann dieser Verantwortung für den Erfolg dieser Bewegung allein gerecht werden. Ihr habt dies erkannt und alle gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen aufgerufen, sich Eurem Kampf anzuschließen. Viele Gruppen sind Eurer Aufforderung gefolgt. Es haben sich alle möglichen For-Future-Gruppen gebildet und große Organisationen wie Umweltverbände, politische Gruppen, Gewerkschaften, Kirchen u.v.m. haben zum globalen Klimastreiktag am 20.09.19 aufgerufen.

    Wenn die Demonstration am 20.09. in Frankfurt 25.000 Teilnehmer hatte, genauso viele wie bei der IAA-Demo am Wochenende zuvor, zu der wenn ich mich nicht täusche z.B. keine Gewerkschaften und Kirchen aufgerufen hatten, dann müssen wir feststellen, dass die Resonanz auf den Versuch, weit über die umweltpolitisch Aktiven hinaus zu mobilisieren, noch in den Kinderschuhen steckt. Die Ergebnisse des „Klimakabinetts“ dokumentieren, dass die Widerstände gegen eine effektive 1,5-Grad-Ziel-Politik erwartungsgemäß riesig sind, der Druck noch sehr viel größer, die Bewegung sehr viel breiter werden muss, um erfolgreich zu werden. Hierfür müsst Ihr in Euren Schulen und alle anderen Akteure in ihren Zusammenhängen in den nächsten Monaten ackern, über die neuesten Forschungsergebnisse des Weltklimarates informieren, aufklären, mobilisieren, neue Mitstreiter*innen und Bündnispartner finden.

    Aus einer von Euch ins Leben gerufenen großartigen Bewegung muss eine breite Bewegung werden, die von allen gesellschaftlichen Gruppen getragen wird, in der keine Gruppe die Führung für sich alleine beanspruchen kann, in der alle denselben Kampf auf ihre unterschiedlichen Weisen, manchmal getrennt, manchmal gemeinsam und gleichberechtigt führen. Nur so können wir in den nächsten Monaten und Jahren unseren Zielen näher kommen und sie schließlich erreichen. Es wäre fatal, wenn Euer wunderbarer Impuls keine weitere Resonanz finden würde, in der Konsequenz auch Euch mangels Erfolgen langsam der Atem ausginge, und die ganze Bewegung letztlich doch ziemlich erfolglos verpufft. Wer weiß wie viele Jahre unwiederbringlich verloren gehen würden, bis wieder eine starke weltweite Klimaschutzbewegung zustande käme.

    Ich schreibe dies, weil die Abschlusskundgebung an der Alten Oper nach der Demo aus meiner Sicht deutlich gemacht hat, dass Ihr das jetzt unmöglich weiter allein stemmen könnt. Das ist nicht zu leisten und auch nicht mehr angemessen. Ihr leistet Erstaunliches, aber wenn sich 25.000 Menschen aus verschiedensten Zusammenhängen zu einer gemeinsamen Kundgebung versammelt haben und bereit sind, 25.000 Stunden dafür zu investieren, dann sollte daraus ein möglichst großer Nutzen für alle Beteiligten und die Bewegung erwachsen. Einige der vielen Unterstützergruppen hätten sicher gerne für interessante und wichtige kurze Beiträge gesorgt, sich selbst dabei vorstellen, Informationen, Argumente, Ideen, Fragen verbreiten können. Mit ein paar Musik-einlagen hätte man nach einer Stunde den gemeinsamen Streiktag mit neuen Denkanstößen im Gepäck kollektiv beschließen können. So schien mir die Abschlusskundgebung unstrukturiert, unorganisiert, ziemlich inhaltslos und nachdem die Teilnehmer realisierten, dass da nichts mehr kommt, zerbröselte die Veranstaltung, löste sich nach und nach auf, ohne einen gemeinsamen Abschluss gefunden zu haben.

    Ich hoffe, dass dies kein böses Omen für die gesamte Bewegung war, sondern Ihr im Gegenteil daraus lernen könnt, dass die Bewegung in eine neue Phase getreten ist, in der sie die Breite der Gesellschaft erreicht und Ihr eine neue Rolle einnehmen und Verantwortung, Arbeit und Führung mit den anderen Gruppen teilen werdet. Das ist alles andere als einfach, erfordert neue Lernprozesse, aber nur so sehe ich trotz erwartbar ungenügender Klimabeschlüsse und nicht zufriedenstellender Mobilisierung in die großen gesellschaftlichen Organisationen das Potential, noch viel größer und stärker zu werden und Eure/unsere Ziele, bestmöglich zu erreichen.

    Vielen Dank,
    mit solidarischen und hoffnungsvollen Grüßen,

    Karl Höhn

    1. Danke, lieber Karl, für die lieben Worte und Hinweise, die wir in unsere Überlegungen mit aufnehmen werden.

      Die IAA-Demo, bei der Fridays for Future ebenfalls mobilisiert hat, war ein deutschlandweit exklusives Ereignis. Die IAA-Demo gab es nur in Frankfurt, daher sind dort extrem viele Teilnehmer gekommen. Wir selbst hatten Besuch von Fridays for Future Ortsgruppen aus Köln, Paderborn, Limburg, um nur einige aufzuzählen. Den globalen Klimastreik am 20.09. hingegen gab es weltweit, allein in Deutschland gab es über 4.500 Aktionen dazu und mit 1,4 Mio. Teilnehmer*innen (die weltweiten Zahlen stehen noch aus). Und wir sind extrem stolz und glücklich, dass über 25.000 Menschen allein nach Frankfurt am Main gekommen sind. Damit haben wir nicht gerechnet und wir sind dankbar, dass wir nicht allein stehen mit unserem Kampf für eine lebenswerte Zukunft für uns. Danke nochmal an alle Bündnispartner, mit denen wir diese großartige Veranstaltung planen und in enger Zusammenarbeit vorbereiten konnten und alle Teilnehmer*innen, die den 20.09.19 so toll gemacht haben!

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